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18. Juli 2017

Tierschutz stärken - Tierleid beenden

Vor 15 Jahren haben wir gemeinsam mit Tierschutzorganisationen geschafft, den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Ein großer Erfolg. Doch seither ist viel zu wenig passiert. Die Jahre von 2005 bis 2017 waren verlorene Jahre für den Tierschutz. Die grüne Bundestagsfraktion hat deshalb einen Fraktionsbeschluss für mehr Tierschutz gefasst.

Tierschutz stärken - Tierleid beenden

Vor 15 Jahren haben wir gemeinsam mit Tierschutzorganisationen geschafft, den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Ein großer Erfolg. Doch seither ist viel zu wenig passiert. Die Jahre von 2005 bis 2017 waren verlorene Jahre für den Tierschutz.

Christian Schmidt ist als Minister ein Totalausfall. Leidtragende sind auch die Tiere in Deutschland. Noch immer werden männliche Küken direkt nach dem Schlupf geschreddert oder vergast. Puten brechen unter ihrem eigenen Gewicht zusammen. Elefanten müssen unnatürliche Kunststückchen im Zirkus aufführen und Millionen von Tieren werden in deutschen Versuchslaboren „verbraucht“.

Das Versprechen von Christian Schmidt, dass es den Tieren am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen soll als zu Beginn seiner Amtszeit, hat er klar gebrochen. Sein Credo der „freiwilligen Verbindlichkeit“ ist gescheitert. Sein groß angekündigtes Tierwohl-Label ein Rohrkrepierer.

Die grüne Bundestagsfraktion hat einen Opens external link in new windowFraktionsbeschluss für mehr Tierschutz gefasst:


MASSENTIERHALTUNG BEENDEN

Tiere brauchen mehr Platz und Auslauf, Licht und Beschäftigung – keine Amputationen und Qualzucht. Kälber sollen ihre Hörner und Schweine ihre Ringelschwänze behalten. Statt Küken zu schreddern, setzen wir auf Zweinutzungsrassen und ein Bundesprogramm Nachhaltige Zucht. Tiertransporte innerhalb Deutschlands wollen wir auf höchstens vier Stunden beschränken und Akkordarbeit und Entlohnung nach Stückzahl am Schlachthof beenden.

KLARE UND VERSTÄNDLICHE TIERHALTUNGSKENNZEICHNUNG

Statt freiwilliger Wischi-Waschi-Label setzen wir auf eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung. Was sich bei den Eiern bewährt hat, soll auch für Fleisch und Milch gelten. Die Ziffern 0 bis 3 sollen Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informieren, ob sie Milch oder Fleisch von einer Kuh kaufen, die auf der Weide gegrast hat oder von einer, die das Sonnenlicht nie zu Gesicht bekam.

STARKE STRUKTUREN FÜR MEHR TIERSCHUTZ

Dazu gehört ein bundesweites Verbandsklagerecht, die Berufung eines oder einer Bundestierschutzbeauftragten und ein effektiverer Vollzug. Das Tierschutzgesetz wollen wir gründlich überarbeiten, so dass es diesen Namen auch verdient!

TIERE NICHT WEITER WIE RAMSCHWARE BEHANDELN

Gewerbliche Tierbörsen für Wildtiere und den Verkauf von Wildfängen über Tierbörsen wollen wir untersagen. Auch wenn sie noch so süß aussehen, manche Tierarten passen einfach nicht ins Wohn- oder Kinderzimmer.

In Positivlisten wollen wir die Tierarten benennen, die privat gehalten werden können. Den Verkauf und insbesondere Versand über Online-Portale lehnen wir entschieden ab und setzen uns dafür ein, dass dies wirksam unterbunden wird.

FREIHEIT STATT ZIRKUSZELT

Giraffen, Nashörner oder Elefanten haben in einem Zirkus nichts zu suchen. Eine artgerechte Unterzubringen und Transport sind in der Regel schlicht nicht möglich. Wie der Bundesrat wollen wir, dass Wildtiere nicht mehr im Zirkus gehalten werden dürfen.  Auch die hochintelligenten Delfine können in Deutschland nicht artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden. Deshalb setzen wir uns für ein Ende der Delfinhaltung in Delfinarien ein.

QUALZUCHTEN WIRKSAM BEENDEN

Obwohl Qualzuchten eigentlich per Tierschutzgesetz verboten sind, greift das Verbot in der Praxis nicht. Bekannteste Beispiele sind solche Hunde, die wegen ihrer verkürzten Schnauze nicht mehr richtig atmen können oder Nacktkatzen, denen die zur Orientierung notwendigen Tasthaare fehlen. Oder in der Landwirtschaft die nach vorn umkippenden Puten oder Kühe mit überzüchteten Eutern. Wir wollen das Tierschutzgesetz konkretisieren, so dass Zucht und Haltung aber auch Ausstellung und Prämierung von Qualzuchten endlich der Vergangenheit angehören.

TIERLEID BEENDEN – TIERVERSUCHE ERSETZEN

Wir wollen Tierversuche konsequent reduzieren und schnellstmöglich überflüssig machen. Während die Forschung an Tieren jährlich mehrere Millionen staatliche Mittel erhält, müssen alternative Methoden mit nur wenigen Millionen auskommen. Das wollen wir ändern und innovativen tierversuchsfreien Technologien endlich zum Durchbruch verhelfen.

Wir wollen eine Gesamtstrategie zum Ersatz von Tierversuchen mit klaren Maßnahmen, Ziel- und Zeitvorgaben ­– wie die Niederlande es bereits vormachen. Dazu gehört für uns auch eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes, um die EU-Vorgaben richtig in Deutschland umzusetzen.