Grenzwert für Uran im Trinkwasser ist überfällig
Der Grenzwert für Uran im Trinkwasser kommt frühestens im Herbst 2010, teilte die Bundesregierung in der letzten Sitzung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 21.4.2010 mit. Die Verzögerungen nehmen kein Ende. Bereits 2008 hatte der damalige Verbraucherminister Horst Seehofer einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser angekündigt. Ohne Grenzwert seien laut Seehofer Gesundheitsgefährdungen nicht auszuschließen. Heute - 2 Jahre später - gibt es die nötige Verordnung immer noch nicht. Ein wirksamer Gesundheitsschutz für die Verbraucherinnen und Verbraucher lässt weiter auf sich warten.
Uran kommt überall in der Natur vor. Je nach Urangehalt des Untergrundes ist das Trinkwasser in Deutschland mit Uran belastet. Weit über 90 Prozent der Trinkwasserversorgungsanlagen in Deutschland haben Belastungen unter 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser. An einzelnen Anlagen wurden jedoch auch schon Werte bis 40 µg/l gemessen. Auch in Mineralwasser wird immer wieder erhöhte Uranbelastung festgestellt.
Bisher galt ein Leitwert aus dem Umweltbundesamt für Uran im Trinkwasser von 10 µg/l. Die WHO empfiehlt einen Grenzwert von 15 µg/l. Ein Mineralwasser mit der Bezeichnung "zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet" darf nicht mehr als 2 µ/l Uran enthalten. Kinder reagieren auf Uranbelastungen empfindlicher als Erwachsene. Deshalb sollte laut der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA eine solche Belastung vermieden werden.
Nötig sei ein Grenzwert von 5 µg/l. Diese Ansicht vertritt der Humantoxikologe Dr. Hermann Kruse vom Institut für Toxikologie in Kiel. Dabei ist die Giftigkeit des Uran für die Nieren ausschlaggebend. Die Radioaktivität von Uran spielt erst ab wesentlich höheren Werten eine Rolle. Die Toxizität von Uran sei mit der von Cadmium vergleichbar. Für Cadmium gilt ein Grenzwert von 5 µg/l. Dr. Kruse leitet seine Empfehlung aus der EFSA-Studie von 2009 ab. Die Bundesregierung sieht einen Grenzwert von 10 µg/l Uran für das Trinkwasser vor.
Uran lässt aus dem Wasser entfernen, mit einem uranspezifischen Ionenaustauscher ist das mit relativ wenig Aufwand und geringen Zusatzkosten möglich. Dieses Verfahren wird stellenweise auch schon angewandt und sorgt für zusätzliche Kosten von 4 bis 10 Cent pro Kubikmeter Wasser.
Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich zu handeln.







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