Fischwanderhilfen an Bundeswasserstraßen

Lebensraum für wandernde Fische

Die Bundesregierung hat angekündigt in den kommenden 20 Jahren die Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen für wandernde Fischarten wieder herzustellen. Dafür sollen mehr als 700 Millionen Euro ausgegeben werden. Wir haben nachgefragt, wie die Bundesregierung das genau anstellen will. Dabei hat sich heraus gestellt, das hinter den Ankündigungen wenig handfestes steckt.

Keine  konkreten Maßnahmen

Die Bundesregierung schiebt das Vorhaben erst mal auf die lange Bank. Das von ihr angekündigte Umsetzungskonzept zur Herstellung der Durchgängigkeit soll erst bis 2015 fertig werden. Dann soll es in die Bewirtschaftungspläne der Flussgebietsgemeinschaften in Deutschland eingearbeitet werden. Bis dahin werden keine zusätzlichen Mittel zur Herstellung der Durchgängigkeit im Haushalt eingestellt. So werden erkennbare Fortschritte noch lange auf sich warten lassen.

Technischer Erfolg fragwürdig

Für den Fischaufstieg existiert zwar ein Stand der Technik, die Wirksamkeit der Anlagen ist jedoch umstritten. Gute Fischaufstiegsanlagen lassen laut Experten zwischen 50 % und 70 % der Tiere passieren. Selbst im besten Fall bleiben nach mehreren Wanderhindernissen nicht mehr viele Fische übrig. Die Bundesregierung sieht darin einen schadfreien Fischaufstieg. Uns reicht das nicht.Für den Fischabstieg gibt es laut Bundesregierung keinen Stand der Technik. Das Ziel die Flüsse in Deutschland zum Lebensraum langfristig stabiler Bestände wandernder Fischarten zu machen liegt in weiter ferne. Die Bundesregierung bekennt sich zwar zu diesem Ziel. Die Antwort auf die Frage wie dieses Ziel erreicht werden soll, bleibt sie jedoch schuldig.

Auch bei der Frage nach den wissenschaftlichen Grundlagen ihrer Einschätzungen und Vorhaben gibt die Bundesregierung keine Antwort. Es ist bedauerlich, dass nicht mal die maßgeblichen Publikationen, Gutachten und technischen Regelwerke benannt werden. Das weckt Zweifel an der Qualität der wissenschaftlichen Grundlagen.

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