Weichmacher in Kinderspielzeug

Immer wieder gibt es Berichte über Gifte in Kinderspielzeug. Auch die Spielwarenmesse in Nürnberg war von Artikeln über gefährliche Funde begleitet. Regelmäßig wird ungefähr jedes vierte untersuchte Kinderspielzeug von den Prüfern beanstandet. Daran hat auch die überarbeitete europäische Spielzeugrichtlinie nichts geändert. Im Gegenteil: Die europäische Norm steht im Verdacht, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Sicherheitsniveau bei Weichmachern zu ignorieren.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte in seiner Stellungnahme vom 14.10.2009 nachweisen, dass sich noch immer krebserregende Chemikalien in Kinderspielzeugen befinden. Die EU-Spielzeugrichtlinie entspricht auch nach ihrer Novellierung im Jahr 2008 (nun RL 2009/48/EG) nicht dem neuesten Stand der Wissenschaft. Das BfR kam zu dem Ergebnis, dass die Werte der gemessenen gefährlichen Substanzen in Spielzeugen den Wert, der als unbedenklich gilt, zum Teil um das Hundertfache übersteigen. Insbesondere kritisierte das BfR ein überhöhtes Krebsrisiko für Kinder durch veraltete Grenzwerte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die im begründeten Verdacht stehen, erbgutverändernd zu wirken, Krebs zu erzeugen oder die Fortpflanzung zu beeinträchtigen.

Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, umgehend einen Bericht und einen Maßnahmenplan vorzulegen, der den erforderlichen Nachbesserungsbedarf an der EU-Spielzeugrichtlinie, mögliche nationale Maßnahmen und eine bessere Marktüberwachung zum Inhalt hat. Im Verbraucherausschuss haben wir dazu eine Anhörung beantragt. Wenn die schwarz-gelbe Mehrheit weiterhin ablehnt zu diesem Thema Experten einzuladen, muss sie den Verbraucherinnen und Verbrauchern dringend erklären, warum sie nicht alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um dem Krebsrisiko bei Kindern vorzubeugen.