Spielverderber
Verbraucherschutz bei Spielzeug ausbauen
In Nürnberg treffen sich 2.750 Aussteller aus 60 Ländern zur jährlichen Spielwarenmesse, präsentieren ihre Neuheiten und diskutieren Branchenprobleme. Ein Thema in diesem Jahr dürfte der Verbraucherschutz und die Qualität von Importwaren sein.
Nicht erst seit den Rückrufaktionen des letzten Sommers sind die Defizite auf dem Spielzeugmarkt bekannt. Weichmacher, Blei und Schwermetalle sind Dauerbrenner, die in Kinderspielzeug nichts verloren haben. Die Revision der EU-Spielzeugrichtlinie gibt Anlass sich über notwendigen Modernisierungen bei Produktsicherheit und Verbraucherschutz auszutauschen. Der EU-Vorschlag ist an einigen Punkten noch nachzubessern.
Wir Grünen wollen die Regeln für Spielzeug verbessern und fordern:
- ein staatlich garantiertes Sicherheitssiegel,
- die Neuregelungen des Warenrückrufs, so dass unsichere Produkte unbefristet zurückgenommen werden müssen und die Rückrufkosten komplett vom Unternehmen zu übernehmen sind,
- bessere Verbraucherinformation durch ein barrierefreies Informationsportal,
- ein festes Kontrollprogramm dessen Ergebnisse regelmäßig veröffentlicht werden und
- das Verbot von Schadstoffen wie Weichmacher, Blei u.a. Schwermetalle.
Immer mehr stellt sich auch heraus: Gute Produktionsbedingungen und gutes Spielzeug gehören zusammen. Wer Schadstoffe vermeidet, schützt auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Giften und Gesundheitsschäden. Vor allem Hersteller bekannter Marken drohen ihr gutes Image zu verspielen, wenn Verstöße gegen Menschenrechte oder Sicherheitsprobleme bekannt werden. Blitzschnell werden heute Informationen weltweit ausgetauscht. Marken werden global vernetzt beobachtet und Warenströme kritisch ausgewertet.
Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und unanständige Unternehmensentscheidungen werden von den VerbraucherInnen nicht länger toleriert. Wer jetzt den Wettbewerbsvorteil einer "sauberen" Produktion nicht erkennt, wird in wenigen Jahren nicht mehr am Markt sein. Verantwortliche Unternehmen entwickeln ihre Waren mit dem Trend, nicht dagegen. Und der Trend geht zu einem wertebezogenen, sozialen und ökologischen Konsum. Kluge Unternehmen sichern sich daher die Anerkennung der Kundinnen und Kunden, die ethische und transparente Geschäftspraktiken und eine nachhaltige Produktion honorieren.




