Giftiges Kinderspielzeug
Gift im Kinderspielzeug
Alljährlich kommt Stiftung Warentest zu denselben Ergebnissen: Kinderspielzeug ist nicht sicher und enthält zahlreiche Schadstoffe. Fünf Spielzeuge haben deshalb von der Stiftung Warentest die Note "mangelhaft" erhalten (Heft 11/2011). Diese Spielzeuge können langfristig Krebs auslösen oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen.
Seit Jahren haben Spielwaren bei Sicherheitsüberprüfungen von Verbraucherprodukten europaweit die meisten Beanstandungen. Regelmäßig wird ungefähr jedes vierte untersuchte Kinderspielzeug von den Prüfern beanstandet. Auch die novellierte EU-Spielzeugrichtlinie hat an diesen Zuständen nichts geändert, sondern den Verbraucherschutz in einigen Bereichen sogar verschlechtert. Die Grenzwerte von Blei, Arsen und Quecksilber wurden viel zu hoch angesetzt. Zu diesem Urteil kommt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR). Die völlig unzureichende Europäische Spielzeugrichtlinie tritt erst 2013 in Kraft und wird Kinder nicht vor giftigen Stoffen im Spielzeug schützen. Hier fordern wir von der Bundesregierung Aktivität. Das Aussitzen und die Arbeitsverweigerung müssen ein Ende haben.
Endlich national handeln
Trotz vieler schöner Worte - die Bundesregierung handelt seit Jahren nicht entschieden genug. Nicht nur die Debatten im Parlament werden verschleppt und verzögert. Vorhandene nationale Handlungsspielräume werden missachtet. Unsichere Produkte müssen schneller aus dem Verkehr gezogen werden. Was macht die Bundesregierung stattdessen? Ein nationaler Alleingang wird von ihr vehement abgelehnt, die Marktüberwachung nicht ausgebaut.
Rösler und Aigner schieben das Thema seit 2009 auf die lange Bank. Sie warten auf eine EU-Regelung anstatt den deutschen Markt von giftigem Importspielzeug, zum Großteil aus China, freizuhalten. Das Wirtschaftsministerium hat zwei Jahre benötigt, um einen Termin mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium zu finden. Bis heute hat Rösler keine Ergebnisse vorzuweisen.
In der Zwischenzeit wird das riskante Spielzeug weiter in den Geschäften und im Internet angeboten. Eltern, die auf Markt und Regierung vertrauen, werden massiv hinters Licht geführt. Und mit untauglichen Tipps vertröstet: riechen, reiben, rubbeln sollen den staatlichen Schutz ersetzen. Mehr Mut zum Handeln und mehr Schutz für unsere Kinder wäre dringend nötig.
Wir fordern die Bundesregierung auf:
- einen Plan mit sofortigen nationalen Maßnahmen vorzulegen
- eine bessere Marktüberwachung zu bewirken,
- darauf hinzuwirken, die europäische Spielzeugrichtlinie mit schärferen Grenzwerten bei Weichmachern und Schwermetallen nachzubessern
- das Verbot von krebserregenden, erbgutschädigenden Stoffen sowie Allergenen Duftstoffen durchzusetzen.




