Girokonto für jedermann

Nach einer Hochrechnung der EU verfügen rund 670.000 Menschen nicht über ein Konto. Fast unvorstellbar, wenn man gewohnt ist, dass nahezu alle täglichen Geschäfte des Alltags über ein Girokonto abgewickelt werden.

Die Verfügbarkeit über ein Konto ist heute genauso wie ein Telefonanschluss oder Internetzugang Voraussetzung, um gleichberechtigt an Alltagsgeschäften im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Wegen der sozialen und wirtschaftlichen Nachteile gibt es seit 1995 es eine freiwillige Verpflichtung der Kreditinstitute gibt, allen Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Interesse ein Girokonto auf Guthabenbasis einzurichten. Die Selbstverpflichtung soll dazu dienen, dass auch wirtschaftlich schwächer gestellte Haushalte in Deutschland am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilhaben können. Diese Selbstverpflichtung greift aber nicht! Nach wie vor bekommen viele Menschen kein Konto, obwohl sie dies dringend brauchen. Ein fataler Kreislauf!

Daher brauchen wir gesetzliche Regelungen, die jedem Bürger das Recht auf ein Konto auf Guthabenbasis – ein so genanntes "Girokonto für Jedermann" – gewährleisten. Dass die FDP als einzige Fraktion im Bundestag einen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto für jeden Menschen von vorneherein ablehnt, ist ein Ausdruck sozialer Kälte.

Unser Antrag dazu: http://dserver.bundestag.btg/btd/17/079/1707954.pdf

Die Rede: http://www.gruene-bundestag.de/cms/bundestagsreden/dok/398/398313.sicherung_des_kontopfaendungsschutzes.html

Die Rede Video: http://webtv.bundestag.de/player/macros/_v_f_46_de/od_player.html?singleton=true&content=1445273