Sommertour 2011
Die Sommertour 2011 war ein voller Erfolg. Vom 5. bis zum 20 August hat Nicole Maisch im Wahlkreis Kassel und Umgebung zahlreiche und spannende Veranstaltungen besucht und ermöglicht. Dabei kam es immer wieder zu sehr interessanten und aufschlussreichen Gesprächen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Hier ein paar Eindrücke zum Nachlesen.
Dokumentarfilm „Frisch auf den Müll“
Am 5. August wurde der Dokumentarfilm „Frisch auf den Müll“ gezeigt, der den sorglosen Umgang mit Lebensmitteln in Deutschland problematisiert. Schätzungsweise 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland Jahr für Jahr weggeworfen. Dabei wären die meisten Produkte noch gut zum Verzehr geeignet. Schuld daran sind unter anderem unsinnige Handelsnormen sowie falscher Transport und Lagerung. Zu große Packungen und Schnäppchenangebote animieren zum Kauf unnötiger Lebensmittelmengen, die danach im Müll landen.
Nach dem 45-minütigen Film kam es auf dem Podium und unter den ca. 50 TeilnehmerInnen zu angeregten Diskussionen. Zentrale Themen waren hier der Umgang mit Lebensmitteln und die rechtliche Einordnung des Mindesthaltbarkeitsdatums. In diesem Zusammenhang wurde auch kritisch über die eigene Verbrauchermentalität gesprochen und so eine größere Sensibilität für den eigenen Umgang und den Konsum von und mit Lebensmitteln geschaffen.
Wir fordern Ministerin Aigner auf, endlich in Verhandlungen mit dem Handel und den Lebensmittelproduzenten zu treten. Wir brauchen klare Zielvorgaben zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle im Handel, zudem müssen die Mindesthaltbarkeitsdaten, die nichts mit der Genießbarkeit zu tun haben, überarbeitet werden. Außerdem müssen regionale Wirtschaftskreisläufe, in denen deutlich weniger Verlust anfällt, stärker gefördert und die Grundsätze der nachhaltigen Qualitätsproduktion in der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik verankert werden.
Die Bundesregierung schiebt wieder mal die Verantwortung den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu. Viel zu lange hat sie das Thema verschlafen. Erst auf Druck der medialen Öffentlichkeit will sie bis Ende des Jahres genaue Zahlen zum Ausmaß der Verschwendung in Deutschland vorlegen. Politische Initiativen, die Handel und Erzeuger zu mehr Effizienz bringen und zu einer Verringerung der Verschwendung führen, sind nicht in Sicht. Stattdessen setzt Schwarz-Gelb weiter auf billige Massenware und subventionierte Überproduktion.
Der Film „Frisch auf den Müll / Taste the Waste“ wird auch als 90minütiger ab dem 8. September in die Kinos kommen.
Spaziergang unter dem Motto ‚Der Reinhardswald soll Naturpark‘ werden
„Der Reinhardswald ist ein vielfältiges Naturressort, dessen besonderer Schutz durch die Ausweisung als Naturpark zahlreiche Vorteile für den Wald und auch für die Region mit sich bringt.“ resümiert die grüne Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch den Spaziergang einer 35-köpfigen Wandergruppe am Sonntag den 7. August.
Auf ihre Einladung informierte Hermann-Josef Rapp, exzellenter Kenner des Reinhardwaldes und Sprecher des Aktionsbündnisses Beberbeck, Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Kassel über die Sehenswürdigkeiten des Reinhardswaldes. Dazu zählte der angelegte Friedwald, auf dem seit 2001 Bestattungen erfolgen; eine der vielen mittelalterlichen Waldglashütte; angelegte Zuchtteiche aus dem 16. Jahrhundert; die Alleen Formationen und natürlich die Sababurg, die seit dem 14. Jahrhundert die Pilger zum Dom von Kotzbüren beschützt.
„Eine Ausweisung als Naturpark schützt nicht nur den Wald, sondern bündelt die bestehenden Naturschutz Anliegen insgesamt.“ so Rapp, der jüngst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. „Keiner der 103 bundesdeutschen Naturparks brachte negative Folgen für die Anrainergemeinden – schon gar keine wirtschaftlichen.“ Im Gegenteil bedeuteten vergleichbare Ausweisungen wichtige Impulse für einen sanften Tourismus, der in der strukturschwachen Region positiv auf die lokale Ökonomie wirke.
Den Spaziergang begleitete auch Hella Ehle, umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Landkreis Kassel. „Die Ablehnung des Naturparks von Seiten des hessischen Umweltministeriums ist nicht nachvollziehbar“, sagt Ehle und kündigt an „Wir werden weiter politischen Druck ausüben, um den Titel Naturpark zu erreichen.“
Podiumsdiskussion „Wohlstand ohne Wachstum?“
Die Enquete-Kommission „Wohlstand, Wachstum, Lebensqualität“ untersucht gegenwärtig im Auftrag des deutschen Bundestages, welchen Stellenwert Wachstum in Wirtschaft und Gesellschaft für einen ganzheitlichen Wohlstands- und Fortschrittsindikator haben. Die wissenschaftliche Bearbeitung soll vor allem die Möglichkeiten und Grenzen der Entkopplung von Wachstum, Ressourcenverbrauch und technischem Fortschritt abwägen.
Auf dem Podium diskutierten Dr. Valerie Wilms (MdB von B90/Grüne und Mitglied der Enquete-Kommission), Dr. Sabine Reiner (Gewerkschaftssekretärin Verdi) sowie Prof. Nico Paech (Nachhaltigskeitsforscher Uni Oldenburg). An der Veranstaltung nahmen ca. 60 Personen teil.
"Die ökologischen Grenzen des Wachstums sind längst erreicht."
Termin im Werra-Meissner-Kreis
„Die Programme für die Entwicklung ländlicher Regionen sind so zahlreich, dass einem ehrenamtlichen Engagement manchmal der Überblick verloren gehen kann“ fasst der Wahlkreisreferent Boris Mijatovic das Treffen mit 10 Anwohnern in der Gemeinde Reichenbach nahe Hessisch-Lichtenau zusammen. Mijatovic arbeitet im Kasseler Wahlkreisbüro der grünen Bundestagsabgeordneten Nicole Maisch, die ihre Sommertour wegen einer Verletzung unterbrechen und beim Ortstermin am 11. August nicht dabei sein konnte. Dabei seien gerade die Entwicklungen in der Landwirtschaft sowie die Situation im ländlichen Raum durch demografischen Wandel, Bevölkerungsabwanderung und die Perspektiven für sanften Tourismus wichtige Themen.
Die natürlichen Angebote der ländlichen Regionen seien vielfältig, wertvoll und versprächen vor allem für Kinder und Jugendliche aus der Stadt einen erlebnispädagogischen Zugang, der heute nur ungenügend vermittelt werde. Zudem habe gerade Reichenbach eine ‚bewegte‘ Geschichte, die durch die landschaftliche Verbindung zu den Märchen der Brüder Grimm noch ergänzt werde.
Im Austausch mit den Anwohnern wurden jedoch auch kritische Punkte deutlich benannt. Neben den zahlreichen Förderprogrammen gibt es ‚handfeste‘ Probleme, die eine Steigerung der Attraktivität der Region erschweren. Ein Beispiel ist die Versorgung mit DSL. „Auch da gab es mal ein Programm“ berichtete die Ortsvorsteherin Frau Osigus-Koch aus Reichenbach, „jedoch ging das Unternehmen, das die Umsetzung vollziehen sollte, pleite. Seitdem ist nichts mehr passiert und wir haben hier einen Analogzugang zum Internet, der nicht wirklich Spaß macht.“ Auch die Versorgungssituation sei im ländlichen Raum schwierig. Vor allem Lebensmitteleinzelhändler befänden sich auf dem Rückzug und überließen die Senioren in den Dörfern ihren Problemen bei der Versorgung.
Dazu kämen Altlasten aus den Zeiten des Kalten Krieges. „Die Gelände der Bundeswehr, zum Beispiel die Kaserne in Hessisch-Lichtenau, konnte bislang keiner Nutzung zugeführt werden, obwohl die Stadt bereits erhebliche Mittel bereit gestellt hat.“ erläutert das grüne Mitglied des Kreistages Jörg Probstmeier. Diese Investitionen fehlten der strukturschwachen Region dann an anderer Stelle. Insgesamt wäre es sinnvoll über einen Finanzausgleich mit den kleineren Gemeinden gerade die Versorgungssituation und den Bevölkerungsrückgang zu stabilisieren.
Reisebericht Werraversalzung in Heringen
„Am 12.08.2011 fand eine gemeinsames Treffen zwischen hessischen und thüringischen Grünen direkt am Werraufer statt. Mit dabei waren Armin Jung (Werra-Meissner-Kreis), Jörg Althoff (Kreis Hersfeld-Rotenburg), der mit Nicole in der Regionalversammlung sitzt und aus Thüringen der Landtagsabgeordnete Carsten Meyer.“
"Für den Grenzfluss zwischen Thüringen und Hessen ist der gute ökologische Zustand der Werra bis zum Jahr 2020 unser gemeinsames Anliegen" so fassten Armin Jung, grünes Kreistagsmitglied aus dem Werra-Meissner-Kreis und der grüne Landtagsabgeordneten Carsten Meyer aus Thüringen das Ansinnen des Treffens am 12. August in Heringen, 'Am Werraufer', zusammen. Die Thüringer Radwandergruppe informierte sich über die Probleme durch die Werraversalzung und über die Sorgen der Bürgermeister aus Heringen und Philippstal, die persönlich ihre Angst um den Verlust von Arbeitsplätzen, die Belastungen der BürgerInnen ihrer Gemeinde durch die Folgen des Kaliabbaus und die Perspektiven in der ländlichen Region zum Ausdruck brachten.
In der Diskussion wurden technische Fragen über Halden und Salzbergbau erörtert, naturschutz-politische Forderungen nach aktuellem Stand vorgestellt und der Wirtschaftsfaktor dieser Industrie für die Region näher betrachtet. Im Fazit formuliert Armin Jung die grüne Position: "Sichere Arbeitsplätze setzen eine Lösung der Umweltaufgaben von K+S voraus, statt Maximierung der Ausschüttungen an die Großaktionäre zu betreiben. Dazu muss K+S endlich ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen. Darin sind die Maßnahmen zu beschreiben, mit denen das Unternehmen bis spätestens 2015 die Laugenverpressung endgültig beenden will und mit denen ab spätestens 2020 keine Tropfen Lauge mehr in die Werra eingeleitet wird."
Konsumkritischer Rundgang
Am 16. August 2011 veranstaltete Nicole Maisch einen konsumkritischen Stadtrundgang, der von Studierenden des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel organisiert und durchgeführt wurde.
Gerade Innenstädte sind Orte des reichhaltigen Warenangebotes, in denen auf vielfältige Art und Weise zum gedankenlosen Konsum eingeladen wird. Aber wie und durch was wir diese Annehmlichkeiten genießen können, das offenbart der Blick auf die Produkte selten. Genau diesen Aspekten – den ‚verdeckten‘ Realitäten der Konsumwelt – widmet sich der konsumkritische Stadtrundgang mit verschiedenen interaktiv gestalteten Stationen zu Themen wie Essen, Kleidung, Technik und anderen Alltäglichkeiten.
Die erste Station des Rundgangs befand sich vor einem Mobilfunkladen. Die Handys der Teilnehmer wurden auf dem Boden ausgebreitet. Damit entstand ein eindrucksvolles Bild, das den Handykonsum mehr als deutlich machte und das zu einem Anziehungsmagnet für weitere Passanten und vor allem Jugendliche wurde. Hatte es zuerst den Anschein einer Verkaufsveranstaltung für neue Smartphones, stand an dieser Station der Ressourcenverbrauch und –umgang der Mobilfunkgeräte im Fokus. Für die neugierigen Zuhörer war es sehr interessant, Informationen über die Rohstoffe, deren Beschaffung und Verarbeitung zu erfahren.
Ein weiterer Stopp wurde auf einem zentralen Platz in der Innenstadt gemacht. Die Gruppe hatte u. a. die Aufgabe, den Verbrauch von Wasser zu bestimmten Herstellungs-Vorgängen zu schätzen. Dabei stellte sich heraus, dass ca. 15.000 l „virtuelles“ Wasser für die Herstellung von 1 kg Rindfleisch notwendig sind, ca. 20.000 l für die Herstellung eines elektronischen Gerätes oder auch 11.000 l für die Herstellung einer Jeans.
Die letzte Station auf dem Spaziergang war vor einem Fast-Food Restaurant . Hier gab es Informationen und Wissenswertes zur Haltung und Aufzucht von Fleischtieren. Weiterhin wurde die Gruppe aufgefordert, den Fleischverbrauch z. B. in Australien, Frankreich oder Indien einzuschätzen.
Am Ende des Stadtrundgangs hatten die Teilnehmer nicht das Gefühl, mit dem „erhobenen Zeigefinger" über Missstände aufmerksam gemacht worden zu sein. Vielmehr zeigt er den Teilnehmern, wie jeder einzelne sein Konsumverhalten bei den Einkäufen ändern kann und worauf geachtet werden sollte, um eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Grünes Sommerfest des Kreisverbandes Fulda
Am 20. August, auf dem grünen Sommerfest des Kreisverbandes Fulda wurden gemeinsam mit Nicole die guten grünen Erfolge bei den Kommunalwahlen gefeiert und dem grünen Kandidaten Helmut Schönberger wünschte Nicole viel Erfolg im Endspurt zu den anstehenden Landratswahlen.
Weiterhin berichtete Nicole über die energieintensive Parlamentsarbeit in der vergangenen Monate - der Atomausstieg und das Erneuerbare Energiengesetz gingen im Eiltempo durch den Bundestag.
In der Atomdebatte sei vor allem die 180-Grad Wende der schwarz-gelben Koalition unter Angela Merkel hervorzuheben. "Dieser schwarz-gelbe Sinneswandel ist unser Sieg nach 30 Jahren Anti-Atompolitik" sagte Nicole. "Aber die Energiewende ist das noch nicht. Und ohne uns Grüne
wird es die auch nicht geben können."


































