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    2. Juni 2010

    Weltkindertag: Schärfere Grenzwerte und Spielzeug-TüV

    Der Internationale Kindertag ist der richtige Zeitpunkt, um auf eine giftige Wahrheit hinzuweisen: Obwohl die EU-Spielzeugrichtlinie novelliert wurde, schützt sie Kinder noch immer nicht vor Weichmachern und Giften in Spielzeugen. Das belegte auch die jüngste Anhörung im Deutschen Bundestag, bei der Experten die Richtlinie als katastrophal bezeichneten. Auch das Frühwarnsystem Rapex der EU unterstreicht mit seinen Produktwarnungen diesen gefährlichen Missstand. Seit der Einführung des Warnsystems in 2004 erhöhte sich die Zahl der Meldungen über unsichere Konsumgüter auf das Vierfache, mehr als die Hälfte davon waren Spielzeuge und Textilien, meistens aus China.

    Am Internationalen Kindertag wollen wir daran erinnern, dass es endlich Zeit ist für eine Spielzeugrichtlinie, die unsere Kinder tatsächlich vor Gefahren schützt. Bis dahin muss Verbraucherministerin Aigner nationale Strategien ergreifen, um gefährliches Kinderspielzeug vom deutschen Markt zu verbannen. Es ist ein Skandal, dass Spielzeuge pro Kilogramm bis zu 100 Milligramm der Chemikalie Benzapyren enthalten dürfen. Ein Erwachsener müsste weit über 40 Zigaretten rauchen, um genau soviel Gift aufzunehmen wie ein Kind, dass eine Stunde lang mit einem solchen Spielzeug spielt. Wir fordern deshalb schärfere Grenzwerte und einen Spielzeug-TÜV. Das sind wir unseren Kindern schuldig, nicht nur am Weltkindertag.