Wasser- und Sanitärversorgung in urbanen Gegenden verbessern
Zum Auftakt der diesjährigen Weltwasserwoche in Stockholm erklären Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherschutz, und Tom Koenigs, Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe:Der Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht. Es steht jedem und jeder Einzelnen zu – bezahlbar, in guter Qualität und unabhängig vom Wohnort. Daher ist es gut, dass sich die Weltwasserwoche in Stockholm mit menschenrechtskonformen Lösungen der Wasser- und Sanitärversorgung in urbanen Gebieten auseinandersetzt.
95 Prozent des weltweiten Bevölkerungswachstums findet in Städten statt. Vor allem in Entwicklungsländern wächst die Bevölkerung oft schneller, als deren Bedarf an städtischer Wasser- und Sanitärinfrastruktur gedeckt werden kann.
Viele Bewohner von Slums und informellen Siedlungen haben keinen Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen. Dies ist nicht nur ein Resultat der Urbanisierung, sondern auch von politischen Entscheidungen. Slums und informelle Siedlungen gelten als illegal, daher werden die Wasser- und Sanitärdienstleistungen häufig auf diese Gebiete nicht ausgeweitet. Aus Sicht vieler Entscheidungsträger würden diese Gebiete durch eine Versorgung mit Wasser- und Sanitäranlagen legitimiert werden. Als Folge zahlen Slumbewohner überhöhte Preise für Wasser. Ein Bewohner einer informellen Siedlung in Nairobi bezahlt etwa fünf bis sieben Mal so viel für einen Liter Wasser als ein Bewohner einer durchschnittlichen Stadt in den USA.
In Deutschland ist der Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung weitgehend gesichert. Doch auch hier werden der demografische Wandel und der Wegzug aus dem ländlichen Raum langfristig zur Herausforderung. Hier kommt es bereits heute aufgrund reduzierter Nachfrage in einigen Regionen zu technischen und wirtschaftlichen Problemen, die auch zu steigenden Wasserpreisen führen können. Innovative Ver- und Entsorgungskonzepte sind daher notwendig.
Die Bundesregierung muss sich der Herausforderung des urbanen Wassermanagements stellen.







