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31. Mai 2017

Verbraucherschutz im Versicherungsvertrieb konsequent stärken

Mehr Verbraucherschutz im Versicherungsvertrieb ist längst überfällig. Die Umsetzung der Richtlinie bringt endlich mehr Klarheit für Verbraucherinnen und Verbraucher, indem eine echte Trennung zwischen Provisionsvermittlung und Honorarberatung eingeführt wird.

Zur öffentlichen Sachverständigen-Anhörung im Wirtschaftsausschuss zur Umsetzung der Richtlinie über den Versicherungsvertrieb erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Mehr Verbraucherschutz im Versicherungsvertrieb ist längst überfällig. Die Umsetzung der Richtlinie bringt endlich mehr Klarheit für Verbraucherinnen und Verbraucher, indem eine echte Trennung zwischen Provisionsvermittlung und Honorarberatung eingeführt wird. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie nicht unter dem Druck verschiedener Lobbygruppen einknickt: Das Honorarannahmeverbot ist eine zwingende Voraussetzung für die Trennung zwischen Provisions- und Honorarvergütung und muss durchgesetzt werden. Dabei sind durchaus angemessene Übergangsfristen vorzusehen.

Doch es besteht auch Nachbesserungsbedarf. Das Provisionsabgabeverbot muss abgeschafft werden, denn nur so kann ein vitaler Wettbewerb um Provisionen zum Nutzen von Verbraucherinnen und Verbraucher entstehen. Durch das Provisionsdurchleitungsgebot wird die Honorarberatung zwar gestärkt, jedoch muss es verursachungsgerecht ausgestaltet werden – ein pauschaler Abschlag von 20% ist nicht hinzunehmen. Versicherungsunternehmen sollten verpflichtet werden, Netto-Tarife anzubieten. Notwendig ist, dass Provisionen transparent in Euro und Cent ausgewiesen werden.

Zudem muss die Bundesregierung endlich das Thema Restschuldversicherungen angehen. Eine bedarfsgerechte Beratung muss zwingend erfolgen und es braucht mehr Transparenz. Kredit und Versicherung sollten darüber hinaus zukünftig nur noch getrennt voneinander angeboten werden.