Schutz vor Finanzschrott
Aigner fordert kundenfreundlichere Banken
Quelle: www.mainpost.de/nachrichten/politik/zeitgeschehen/Schutz-vor-Finanzschrott;art16698,5503721
(15.03.2010)
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(dpa) Die Banken müssen nach Ansicht von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kundenfreundlicher werden. „Ich sehe die Branche in der Pflicht, umzusteuern und ihre internen Vertriebsanreize neu zu justieren: Die Zufriedenheit der Kunden muss das Ziel sein“, sagte Aigner anlässlich des Weltverbrauchertages der „Passauer Neuen Presse“. Die Bankmitarbeiter wollten ihre Kunden in der Regel seriös beraten, sähen sich aber „durch einen oft viel zu hohen Vertriebsdruck daran gehindert“.
Aigner verlangt, ähnlich wie bei Versicherungsmaklern, eine Mindestqualifikation auch für Finanzvermittler. Sie strebt einen Qualifikationsnachweis über die Industrie- und Handelskammern an. Der Bankkunde müsse wissen, ob sein Berater auf Provisionsbasis arbeite oder unabhängig sei und welche fachliche Qualifikation er habe.
Auch die Verbraucherzentralen dringen auf einen besseren Schutz der Anleger vor „Finanzschrott“. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, forderte ein Verkaufsverbot für gefährliche Anlagen und mehr Kontrolle. „Die Finanzaufsicht hat derzeit keinen gesetzlichen Auftrag, den Markt aus Verbrauchersicht unter die Lupe zu nehmen“, sagte er. „Deshalb landet der Finanzschrott bei den Verbrauchern.“ Symbolisch schredderte Billen Zertifikate und prangerte mangelnde Angaben über drohende Verluste an. Die Bundesbürger verlieren bis zu 30 Milliarden Euro pro Jahr durch schlechte Finanzberatung, ergab eine Studie von 2008 im Auftrag von Aigner.
Gegen Online-Abzocke vorgehen
Die Opposition warf Aigner Versagen beim Verbraucherschutz vor. „In Sachen Anlegerschutz und Datenschutz gibt es seit Monaten nur Ankündigungen“, kritisierte SPD-Verbraucherpolitikerin Elvira Drobinski-Weiß. Auch die Grünen-Fraktion warf Aigner Tatenlosigkeit vor. Bisher gebe es weder ein Verbrauchertelefon noch einen Gesetzentwurf gegen „Online-Abzocke“ oder eine nachgebesserte EU-Spielzeugrichtlinie, sagte Grünen-Verbraucherexpertin Nicole Maisch dem Onlinedienst „Bild.de“.








