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    20. Mai 2010

    Europäische Spielzeugrichtlinie ist eine Katastrophe

    Zu den Ergebnissen aus der Anhörung des Wirtschaftsausschusses zur Europäischen Spielzeugrichtlinie erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:
    Die europäische Spielzeugrichtlinie schützt die Kinder in Deutschland
    nicht ausreichend vor giftigen Stoffen. Sie bleibt weit hinter den
    aktuellen Erkenntnissen und hinter dem technisch Machbaren zurück.
    Deshalb müssen in Europa schnell strengere Regelungen eingeführt werden.
    In Deutschland müssen nationale Verbote diskutiert werden. Wir brauchen
    einen Spielzeug-TÜV, eine unabhängige Drittprüfung für Spielwaren.

    Für viele Gifte gelten bereits heute strengere Grenzwerte in anderen
    Richtlinien. In Nahrungsmittelverpackungen darf zum Beispiel maximal 1
    Milligramm Venylchlorid pro Kilogramm Kunststoff vorkommen, in
    Kinderspielzeug 1 Gramm pro Kilogramm. Das ist für die Kinder
    unzumutbar. Sie nehmen die Spielzeuge nicht nur in die Hand sondern auch
    in den Mund. Deshalb sind Spielzeuge mit Lebensmittelkontaktmaterialien
    gleichzusetzen.

    Seit 1990 hat die Zahl der Neuerkrankungen von Kindern an Krebs um 17
    Prozent zugenommen. Deshalb muss jede Möglichkeit genutzt werden, den
    Kontakt von Kindern mit Giften zu begrenzen und zu vermeiden. Die
    Bundesregierung muss endlich handeln und wie in Dänemark strengere
    Gesetze und Grenzwerte beschließen. Ministerin Aigner muss sofort im
    Sinne der Kinder aktiv werden.