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23. Juni 2014

Agro-Gentechnik hat gravierende Risiken – bei der Wahrheit bleiben, Herr Prof. Nellen!

Agro-Gentechnik hat gravierende Risiken – bei der Wahrheit bleiben, Herr Prof. Nellen!

„Die Aussagen des Biologen Nellen in der Opens external link in new windowheutigen Ausgabe der HNA sind äußerst fragwürdig.“ sagt die grüne Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch. „Gentechnische Veränderungen können sehr weitreichende Konsequenzen haben.“ Im genetischen Code sei nicht die Zahl der Änderungen erheblich, sondern die unerforschten Wechselwirkungen mit der Umwelt. „Es reicht schon eine einzige Veränderung im Erbgut um eine unbekannte oder unbeabsichtigte Wirkung in der Umwelt oder gar im Nahrungsmittelkreislauf zu erzielen.“ sagt Maisch.

Die beschwichtigenden Aussagen von Herrn Nellen seien wissenschaftlich nicht fundiert und stützten allein seine subjektive Motivation, Gentechnik auf dem Acker als risikoarm darzustellen. „Dem ist aber nicht so. Agro-Gentechnik ist riskant, und die Folgen lassen sich mitunter auch nicht umkehren.“ warnt Maisch und rät zur Vorsicht. Der aktuelle Streit um die Zulassung der Gentechnik in Europa zeige offensichtlich Wirkung. „Monsanto will Gen-Mais auf den Acker bringen. Jede Kritik wird als fachfremd oder technikfeindlich diskreditiert,“ sagt Maisch. „Dabei gibt es schon jetzt Anzeichen für unerwünschte und teure Begleiterscheinungen. So sind beispielsweise transgen erzielte Eigenschaften in die Natur übergegangen und haben superresistente Unkräuter hervorgebracht.“

Falsch sind auch die Behauptungen, Landwirtschaft mit gentechnisch verändertem Erbgut sei produktiver oder sicherer. „Weder sind landwirtschaftliche Flächen zu Naturschutzgebieten geworden, weil Agro-Gentechnik eine höhere Produktivität mit sich bringt, noch ist Gen-Mais 100x weniger giftig als Bio-Mais.“ stellt Maisch fest. „Leider wird hier fahrlässig mit Emotionen gespielt. Zu der von Herrn Nellen genannten Produktionssteigerung gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Gentechnisch veränderte Maissorten, die gegen Pilze resistent sind, gibt es nicht.“

Stark umstritten ist auch der „Erfolg“ der gentechnisch veränderten Reissorte Golden Rice. „Immer wieder kommt es zu massiven Konflikten zwischen Befürwortern und Gegnern. Tatsache ist, dass der Vitamin-A Mangel nur ein Problem der Welternährung ist und auch ohne Gentechnik gelöst werden kann. Die Unternehmen ergreifen jedoch die Chance, um ein medial wirksames Argument für den Einsatz von Agro-Gentechnik aufzupumpen.“ sagt Maisch und weist auf die Doppelmoral hin. „Die sozialen Konsequenzen sind den Unternehmen leider deutlich weniger wichtig, wie die Negativ-Beispiele weltweit zeigen. Vielfach verarmen Menschen durch Nebeneffekte der Agro-Gentechnik, wenn massiv eingesetzte Herbizide und sich ausbreitende transgene Pflanzen kleinbäuerliche Ernten und Existenzen zerstören.“